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Das Stralsunder Rathaus mit seiner prächtigen gotischen Backsteinschauwand

Stadtgründung * Gebäude * Innenräume

Stadtgründung: Auf dem Gebiet oder ganz in der Nähe des alten Stralsunder Stadtkerns befand sich ein slawisches Fährdorf, das wohl den Namen Stralow trug. Dieser Name fällt in der Beurkundung der Stadtrechtsverleihung, die durch Wizlaw I. Fürst der Rugianer zu Charenz (Garz auf Rügen) am 31.10. im Jahre 1234 erfolgte. Am 25. Februar 1240 stellte Fürst Witzlaw I. auf seinem Schloss in Prohn eine zweite Urkunde aus, in dem er die Verleihung des Stadtrechtes bekräftigte und angrenzenden Wald zur Rodung frei gab sowie Wiesen- Wald- und Ackerland übergab. Außerdem bezeugt diese Urkunde den Verkauf des alten Fährdorfes und die Überlassung der Insel Stahle (wahrscheinlich die Insel Dähnholm im Strelasund zwischen Stralsund und Rügen) an die Stadt, die nun mit dem Namen Stralesund genannt wird und der von nun an Zollfreiheit im Fürstentum gewährt wurde. (Inhaltliche Quelle: "Geschichte der Stadt Stralsund", herausgegeben 1984 von Prof Herbert Ewe, Verlag Hermann Böhlhaus Nachfolger, Weimar)
Gebäude: Das Stralsunder Rathaus ist wohl eines der bedeutendsten und bekanntesten, profanen Bauwerke der Norddeutschen Backsteingotik. Seine Schauwand mit den sieben spitzen Türmen und den sechs Sternenkreisen, deren Schattenriss gegen Mittag auf die gegenüber liegenden Häusern (Winter) bzw. auf das Pflaster des Alten Marktes (Sommer) fällt, ist ganz einmalig. Das Rathaus von Rostock besaß auch eine gotische Backsteinschauwand. Diese wurde jedoch durch einen barocken Vorbau soweit verdeckt, dass nur noch die sieben Türme der ursprünglichen Schauwand sichtbar sind. Das Rathaus steht gleich neben der Nikolaikirche am Alten Markt. Es besteht aus zwei in Nordsüdrichtung parallelen, dreigeschossigen Flügeln, die an ihren Schmalseiten durch Querbauten miteinander verbunden wurden. Die beiden mit spitzbögigen Blenden verzierten Flügel entstanden im 13. Jh. und bilden einen Innenhof mit Säulengang, über den 1680 barocke Galerien eingebaut wurden.
Der Querbau auf der Südseite stammt auch aus dem 13. Jh.. Der nördliche Querbau mit seiner großzügigen Laube im Erdgeschoß, einem darüberliegenden großen Saal und der, schon genannten herrlichen Backsteinschauwand wurde wahrscheinlich am Anfang des 15. Jh. gebaut. An der Westseite baute man im 18. Jh. ein barockes Portal mit schwedischem Wappen ein.
Innenräume: Die Arkaden, die offene Laubenhalle und der Keller besitzen Kreuzrippengewölbe. Im Innern des Rathauses befindet sich ein Renaissanceportal von 1579 und mehrere Stuckdecken aus dem 17. Jh. Im nördlichen Querbau liegt der große Löwensche Saal, der Festsaal des Rathauses. Seit 1358 der Bund der Hanse geschlossen wurde, gehörte Stralsund zu den mächtigsten Mitgliedern. Daran erinnern die Wappen der Hansestädte Bremen, Lüneburg, Hamburg, Lübeck, Wismar, Rostock, Greifswald und Stralsund über den Fenstern des Löwischen Saales.
Die Decke des Rathauskellers wird von einem sechsschiffigen, elfjochige Gewölbe gebildet, getragen von sich abwechselnden Pfeiler- und Säulenreihen. Die Fläche des Kellers entspricht der Grundfläche des gesamten Rathauses und beträgt 1.410 m2. Mit dieser Größe war der Stralsunder Ratskeller im Mittelalter die größte nichtkirchliche Halle in Europa. Ab etwa 1300/1310 wurde er als Wein- und Bierkeller genutzt und von der Stadt betrieben, überwacht von Weinherren, die aus dem Kreise der Ratsherren waren. Ab 1757 wurde er verpachtet. 1897 stürzten bei Baumaßnahmen Gewölbeteile ein. Man sicherte die Einsturzstellen und verstärkte 1904 die tragenden Teile. Bis zum Anfang der 90er Jahre wurden die Räumlichkeiten als Gaststätte (Ratskeller) genutzt. Anschließend fanden in der Gewölbehalle gelegentlich Ausstellungen und Verkaufsmärkte, z. B. während des Weihnachtsmarktes statt. Im Juli 2009 begann eine gründliche Sanierung. Die Informationen über den Ratskeller stammen zum Teil von einer Webseite der Hansestadt Stralsund .
Im Rathaus befindet sich auch das Standsamt.


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