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Das Rathaus in Rostock

Das Rathaus in der Hansestadt Rostock, ein gotischer Backsteinbau mit vorgesetzter Barockfassade

Bau und Baugeschichte * Innenbereich und Nutzung * Details * Mehr Info * Fotos

Bau und Baugeschichte: Als im Jahre 1218 der älteste Teil Rostocks, die Siedlung um den Alten Markt und die Petrikirche das Stadtrecht erhielt, gab es dort sicher auch ein Gebäude, welches als Rathaus genutzt wurde. Als wenige Jahrzehnte später die Siedlungsbereiche um den Neuen Markt und weiter östlich davon hinzu kamen, begann man bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit dem Bau des heutigen Rathauses auf dem Neuen Markt im Stile der Backsteingotik. Somit kann das Rostocker Rathaus auf eine über 700 jährige Geschichte zurück blicken und ist wohl eines der ältesten Backsteinrathäuser Deutschlands.
Außen: Im Zeitraum von 1270 bis 1290 existierten bereits zwei große nebeneinander stehende Giebelhäuser, an die südlich bald ein drittes Giebelhaus gefügt wurde, welches in seiner Ost-West-Ausdehnung jedoch kürzer ist, als die beiden älteren Häuser. Etwas später verband man diese drei Häuser an ihrer Westseite mit einer hohen Backsteinschauwand, deren Oberseite durch sieben Türme gekrönt wurde. Das Rathaus in Stralsund besitzt bis heute eine gotische Backsteinschauwand. Am Rostocker Rathaus wurde dieser Schauwand anschließend ein verzierter, niedrigerer, zusätzlicher Bau mit Laubengang vorgesetzt. Vom Dach dieses Vorbaues wurden den Bürgern die Beschlüsse des Rates verkündet und neuesten Verordnungen verlesen.
Dem Rostocker Bürger Vicke Schorler haben wir es zu verdanken, dass man heute noch weiß, wie das Rathaus nach Vollendung dieses spätgotischen Laubenvorbaus aussah. Er zeichnete von 1578 bis 1586 auf eine fast 19 m lange und 60 cm hohe Bildrolle 325 Häuser/Bauwerke der Stadt, wobei er die Fassaden nebeneinander setzte. Damit hat er ein einmaliges Zeitdokument geschaffen. So kann man für Rostock nicht nur aus alten meist als Kupferstich dokumentierten Fernansichten erahnen, wie es wohl in der Stadt ausgesehen haben mag, sondern man kann die einzelnen verschiedenen Häuser, die Stadtmauer mit Türmen und Toren, die Kirchen, die Schiffe auf der Warnow, Gebäudekomplexe und Siedlungen die außerhalb der Stadmauer lagen auf dieser Rolle in Augenschein nehmen. Etwa in der Mitte der Rolle findet man das Rathaus.
1718 wütete ein schwerer Sturm in Rostock, bei dem der Rathausvorbau stark beschädigt wurde. Danach ließ die Stadt den ehemals gotischen durch einen "modernen" barocken Vorbau ersetzen. Nur noch die Türme der ursprünglichen Backsteinschauwand ragen über die barocke vorgesetzte Fassade hinaus. Unter der Laube sind jedoch noch gotische Wandbereiche sichtbar. Der Laubengang an der Westseite besitzt ein Kreuzgewölbe und ist mit sieben Portalen zum Markt hin offen. Der Bogen des mittleren Portals enthält als schmiedeeiserne Arbeit den Rostocker Greif, das Wappentier der Hansestadt, und den Schriftzug Rathaus.
Innenbereich und Nutzung: Im Erdgeschoss sind die beiden nebeneinander stehenden Häuser durch eine Arkadenreihe zu einem Raum verbunden. Das dritte Haus liegt rechts. Hier kann man die alte Balkendecke bewundern. In die oberen Stockwerke gelangt man über barocke Treppen. Im ersten Stock befindet sich zur Marktseite hin der große, barocke Festsaal des Rathauses. Zur Hinterseite hin liegt der Saal in dem heutzutage die Bürgeschaft der Hansestadt tagt.
Unter dem gesamten Rathaus befindet sich ein Gewölbekeller. Er wurde früher, wie auch das Erdgeschoss als Markthalle genutzt in der Händler und Handwerker ihre Stände hatten. Später kam die Nutzung als Lagerraum für Wein- und Biervorräte hinzu. Die Räume wurden auch für den Ausschank und als Gaststätte genutzt. Auch heute befindet sich im Rostocker Ratskeller eine Gaststätte. Im Erdgeschoss wurde nicht nur Markt, sondern auch Gericht abgehalten. Natürlich war das Rathaus auch der Ort, an dem sich die Ratsmitglieder versammelten.
Einige Details: Im Laubengang unter dem Bogen links neben dem Eingang befindet sich ein Wandbild aus dem 13. Jahrhundert mit dem Motiv Christus als Weltenrichter. Am Fuße zweier vorgeblendeter Säulen der Außenfassade ist eine bronzene Schlange platziert.
Im ersten Stock kann man das Modell eines alten Großseglers betrachten. Die Deckenleuchter stammen aus den dreißiger Jahren. Gestaltungselemente sind der Rostocker Greif und die sieben Türme des Rathauses.
Ein bonzenes, dreidimensionales Modell im Erdgeschoss des Rathauses zeigt die historische Anlage der Stadt aus der Vogelperspektive. Sofort ins Auge fallen darauf die vier großen Kirchen St. Marien, St. Petri, St. Nikolai und St. Jakobi (steht nicht mehr, war bombengeschädigt und wurde abgerissen). Aber auch die kleineren Kirchen St. Johannis (existiert nicht mehr) und die Kirchen zugehörig zum Katarinenkloster (Kirche existiert nicht mehr) und zum Kloster zum Heiligen Kreuz (heute Nutzung als Universitätskirche) kann man darauf entdecken. Interessant ist auch zu sehen, wieviele Türme und Tore zur Stadtmauer gehörten und wie der Stadtmauer die Bastionen vorgelagert waren. Deutlich erkennbar sind die sieben Kaufmannsbrücken an denen die Handelskoggen be- und entladen wurden.
Mehr Information: Einen sehr ausführlichen Text über die Bau- und Nutzungsgeschichte des Rostocker Rathauses, illustriert mit zahlreichen, historischen Abbildungen und aktuellen Fotos finden Sie auf mv-terra-incognita.de.


Rathaus in Rostock auf einer größeren Karte anzeigen

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