Sehenswürdigkeiten & Ausflugsziele

Infos zu Urlaub, Freizeit, Wohlsein & Hilfe 

in Mecklenburg-Vorpommern

zum Schließen bitte auf Suchen klicken

  
  
Die Petrikirche in Rostock

Die Petrikirche in der Hansestadt Rostock, ein schlanker, hoch empor ragender Bau norddeutscher Backsteingotik

Baugeschichte * Ausblick vom Turm * Innenraum und Nutzung * Ausstattung * Joachim Slüter * Mehr Info * Fotos

Baugeschichte: Am Alten Markt auf der Anhöhe an der Warnow siedelten sich ab etwa 1160 christliche Einwanderer aus Westfalen und Niedersachsen an und so entstand der erste und älteste Stadtbereich von Rostock. Zuvor gab es entlang der Warnow mehrere slawische Siedlungen, eine direkt östlich unterhalb der Petrikirche an der Warnow.
Um 1300 errichtete man am heutigen Standort der Petrikirche bereits eine dreischiffige Kirche aus dunkelroten Ziegeln. Bei den Mauern verwendete man auch teilweise Granitstein. Teile dieses Baus sind noch bis zum Gewölbeansatz der beiden Seitenschiffe erhalten. Die Mauerreste am Südturm deuten darauf hin, dass diese Kirche einen Quer- oder Doppelturm hatte.
In der Mitte des 14. Jahrhunderts erbaute man dann anstelle der Vorgängerkirche eine dreischiffige Basilika im Stile der Backsteingotik mit einem 127 m hohen Turm, der um 1500 ferig gestellt wurde. Leider wurde dieser Turm bereits 1543 durch Blitzschlag zerstört, jedoch bis 1578 mit einer Höhe von nun 117 m wieder aufgebaut. Weithin sichtbar zeigte er die Lage von Rostock von Land- und Seeseite an und war als Landmarke in Seekarten eingezeichnet. Der Zahn der Zeit, Wind und Wetter nagten über die Jahrhunderte an der Kirche und so wurde 1902 eine gründliche Restaurierung vorgenommen.
Die größte Zerstörung erlitt die Petrikirche im 2. Weltkrieg in der Nacht vom 26. zum 27. April 1942 als sie von Bomben der britischen Luftwaffe getroffen wurde. Der Turm verbrannte und das Gewölbe im Süd- und Mittelschiff stürzte ein. Die Orgel, die Renaissance-Kanzel, und der barocke Altar wurden durch das Feuer unwiederbringlich zerstört. Erhalten blieb das Gewölbe im Nordschiff und gerettet werden konnten die mittelalterliche bronzene Tauffünte von 1512 und ein Kreuzwegrelief, Christus vor Pilatus (wird restauriert).
Beim Wiederaufbau ersetze man im Mittelschiff das ehemals 27 m hohe Gewölbe durch eine flache Holzdecke, so dass dieser Raum heute eine Höhe von 24 m hat. Man mauerte die Arkaden zwischen Nord- und Mittelschiff und zwischen Mittel- und Südschiff zu und zog im Südschiff eine Zwischendecke ein. So entstanden mehrere, verschieden nutzbare Räume. Der Turm bekam aber erst 1994 wieder einen neuen Turmhelm aufgesetzt. Der Wiederaufbau konnte aus öffentlichen Mitteln und vielen Spenden finanziert werden. Ab 2012 wird vom Petriturm wieder ein Geläut aus Bronzeglocken erschallen. Die Glocken, die zur Zeit in der Glockenaufhängung rechts neben dem Turm stehen sind aus Stahlguss. Mehr zur Geschichte, Gegenwart und zur Zukunft der Glocken von St. Petri erfahren Sie hier.
Ausblick vom Turm: Beim Turm wurde in 45 m Höhe eine Aussichtsplattform eingebaut, die man entweder über eine enge gemauerte Wendeltreppe (195 Stufen) oder bequem mit dem Fahrstuhl (auch mit Rollstuhl zu benutzen) erreichen kann.
Innenraum und Nutzung: Das Nordschiff (auch Winterkirche genannt) besitzt noch das originale Kreuzrippengewölbe und kann für Andachten und Konzerte genutzt werden.
Das Mittelschiff ist weiß getüncht und besitzt an der Ostseite über dem Altar drei wunderschöne, hohe, farbige Glasfenster. Sie wurden nach einem Entwurf des Rostocker Künstlers, Lothar Mannewitz, gebaut und 1962/63 eingesetzt. Die Glasbilder erzählen Episoden aus dem Leben von Petrus. Dabei ist Jesus mit einem tropfenförmigen gelben Heiligenschein mit orangenem Kreuz, Petrus mit einem hellviolettem Heiligenschein und Johannis mit einem gelben Heiligenschein dargestellt.
Im Mittelschiff finden regelmäßig am Sonntag um 11.00 Uhr Gottesdienste der Innenstadtgemeinde statt (im Winter im GustavAdolf-Saal). Darüber hinaus wird dieser Kirchenraum für wechselde Ausstellungen und Konzerte genutzt.
Das Südschiff ist im Erdgeschoss in mehrere Räume aufgeteilt, die von der Rostocker Studentengemeinde genutzt werden. In der ersten Etage befindet sich der langgestreckte Gustav-Adolf-Saal, der erst kürzlich eine neue Heizung und einen neuen Fußboden bekam. Er wird von der Jugendkirche Rostock und von der Innenstadtgemeinde Rostock genutzt.
Ausstattung: Die gerette mittelalterliche bronzene Tauffünte von 1512 steht im Altarraum des Mittelschiffes. Das Kreuzwegrelief Christus vor Pilatus wird nach der Restaurierung wieder im Mittelschiff zu finden sein. Im Mittelschiff hängen mehrere Schiffsmodelle (Votivschiffe) von der Decke herab. Schiffsmodelle sind auch in der Warnemünder Kirche und der Schifferkirche in Ahrenshoop zu finden. Ein sehr schönes Votivschiff hängt auch in der Rostocker Marienkirche.
An den weiss getünchten Wänden befinden sich verschiedene Gemälde, die hier ihren ständigen Platz haben. Darunter seien genannt:

  • ein dreiflügliges Altarbid mit Abendmalsszene,
  • ein Bild, dass den Rostocker Reformator, Joachim Slüter beim Predigen unter freiem Himmel zeigt und
  • ein Bild der brennenden Petrikirche nach dem Bombenangriff 1942.

Joachim Slüter: Die Reformation ist in Rostock untrennbar mit Joachim Slüter verbunden, der ab 1517 in Rostock als Priester wirkte, 1518 an der Rostocker Universität immatrikuliert wurde und 1523 Kaplan in St. Petri wurde. Hier predigte er in der plattdeutschen Muttersprache. Die Bewohner der Rostocker Altstadt strömten in so großer Zahl, ihn zu hören, dass die Petrikirche manchmal nicht genügend Raum bot. Dann fanden die Predigten draussen statt. 1531 wurde Rostock evangelisch. Slüter wurde nach seinem Tod auf dem Friedhof an der Petrikirche begraben. 1882 wurde ihm zu Ehren an dieser Stelle ein Denkmal errichtet. Es steht heute noch dort, der zerstörte Überbau wurde durch einen neuen, schlichteren ersetzt.
Mehr Information: Über weitere Details zum Bauwerk zur Geschichte und zur Innenausstattung können Sie sich auf der Website des Fördervereins der Petrikirche informieren. Über Gottesdienste, Konzerte, Ausstellungen und Veranstaltungen und das Gemeindeleben erfahren Sie mehr auf der Website der Evangelisch Lutherischen Innenstadtgemeinde Rostock zu der auch die Rostocker Marienkirche gehört. Empfehlen möchten wir auch das Gottesdienst- Veranstaltungs- und Seminarangebot der Jugendkirche Rostock und die Angebote der Evangelischen Studentengemeinde.


Petrikirche in Rostock auf einer größeren Karte anzeigen

Hinweise für Sie:

Bisher wurden noch keine Hinweise hier platziert.
 Nummer_Objekt=29


{@title}

{@description}

{dsAlbums::@title}

{dsAlbums::@description}

Viewing Album:

Description:

{@description}

thumbnail for {@src}

main image
{@caption}

Logo Sehenswertes entdecken
Navigation Hoch zum Menü Suche nach Angeboten in MV Angebot eintragen