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Die Marienkirche in Rostock

Die Marienkirche in der Hansestadt Rostock, ein wuchtiger Bau norddeutscher Backsteingotik mit reicher Ausstattung

Baugeschichte * Fenster * Innenausstattung * Mehr Info * Fotos

Bau und Baugeschichte: Am Standort der heutigen Marienkirche, am Neuen Markt, schräg gegenüber dem Rathaus gab es bereits eine frühgotische Kirche, die 1232 erstmals urkundlich erwähnt wurde. 1290 begann man dann mit dem Bau der heutigen dreischiffigen Basilika mit Querhaus und einem mächtigen Turmunterbau auf der Westseite. Ursprünglich war eine Doppelturmanlage vorgesehen. Wegen statischer Probleme entschied man sich dann aber für nur einen Turm auf der Mitte der Westseite. Die Bauzeit reichte bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts. Eines der bedeutendsten Ereignisse in der Geschichte von Rostock, die Gründung der Universität im Jahre 1419 fand in der Marienkirche statt.
Äußere Gestalt: Die unteren Teile des Turmmassivs aus rotem Backstein stammen noch vom Vorgängerbau. Der Turm hat ein spitz zulaufendes Dach mit einer kleinen schmalen Laterne als krönenden Abschluss. Während der Westteil aus roten Ziegeln errichtet wurde, verwendete man für das Lang- und Querhaus gelbliche und dunkelgrün glasierte Ziegel. So hat hier die Außenhaut ein quer gestreiftes Muster. Das Querhaus ist annähernd so lang, wie das Langhaus. Die Südfassade des Querhauses hat einen schön gestalteten Giebel. Auf der Ostseite gibt es einen Chorumgang aus 5 Kapellen.
Innenraum: Im Mittelteil des Kirchenraumes, auf der Schnittfläche von Lang- und Querhaus, wird das Gewölbe von mächtigen achteckigen Pfeilern getragen. Das Mittelschiff des Langhauses und das Querhaus besitzen ein Sterngewölbe. Die beiden seitlichen Schiffe des Langhauses werden von einem Kreuzrippengewölbe überdacht.
Im Fußboden gibt es Grabplatten aus mehreren Jahrhunderten. In der Südkapelle des Chorumgangs ist eine Gedenkstätte für Kriegsopfer.
Fenster: Die Kirche besitzt mehrere sehr schöne farbige Fenster mit bleigefassten Mosaiken und Glasmalereien. Diese befinden sich

  • im Südportal des Querhauses,
  • im westlichen Ende der Südwand des Langhauses,
  • im östlichen Ende der Südwand des Langhauses und
  • oben auf der Ostseite über dem Altar

Innenausstattung: Die Kirche hat, obwohl während der Reformation viele mittelalterliche Kunstwerke entfernt wurden, eine sehr reiche und kunstvolle Ausstattung. Bei den großen Ausstattungsstücken wurde eine einheitliche Farbgestaltung in mattem Oliv und Gold gewählt. Aus der Fülle der Ausstattungsstücke möchten wir hier einige erwähnen.

  • Die gotische Tauffünte aus Bronze ist das älteste Ausstattungsstück der Marienkirche. Sie wurde 1290 in Rostock gegossen. Diese mittelalterliche Taufe aus Erz ist in ihrer Art die bedeutendste und größte im Ostseeraum. Die hohe Abdeckung besitzt vier Griffringe damit sie herunter gehoben werden kann.
  • Der Marienteppich ist eine kunstvolle Applikationsarbeit die wahrscheinlich um 1450 in einem der Rostocker Klöster oder Spitäter entstand.
  • Der vergoldete Schnitzaltar mit Gemälden auf der Rückseite stammt aus der Rostocker Nikolaikirche und steht am Nordende des Querhauses. Er entstand zwischen 1450 und 1475 in derselben Rostocker Werkstatt wie der Altar der Klosterkirche "Zum Heiligen Kreuz" (heute Universitätskirche).
  • Die Astronomische Uhr wurde 1470 bis vor 1477 von Hans Düringer geschaffen und läuft noch heute mit ihrem originalen Uhrwerk. Die Kalenderscheibe muss in großen Zeitabständen durch eine mit neueren Daten ersetzt werden. Die jetzige reicht bis 2017. Zum Jahreswechsel 2017/18 wird sie durch eine neue, bereits 2009 in der Werkstatt des Rostocker Restaurators Marcus Mannewitz fertig gestellte Scheibe ersetzt, genau zu Beginn des Jahres, in dem Rostock 800 Jahre alt wird.
  • Der eichenhölzerne Rochusaltar in der südöstlichen Chorkapelle stammt aus der Zeit um 1530 und wurde von der Zunft der Barbiere und Wundärzte gestiftet.
  • Die Renaissance-Holzkanzel von 1574 besitzt wunderbare Bildschnitzwerke und eine prächtige Tür vor der Kanzeltreppe
  • Die Fürstenempore (1749–1751 Rokoko) mit zwei verglasten Balkonen befindet sich am Westende des Langhauses unter der Orgel. Unter ihr ist das Ratsgestühl platziert.
  • Die Orgel ist eingearbeitet in ein prächtiges, barockes Orgelprospekt (1766 bis 1769) welches bis unter das hohe Gewölbe des Langhauses auf der Westseite reicht. Orgelwerk und Fassade wurden vom Rostocker Orgelbauer Paul Schmidt geschaffen. Probleme mit dem Orgelwerk veranlassten bereits 1791 einen Umbau. Es folgen weitere Umbauten, die letzte 1938. Die Orgel besitzt 5.700 Pfeifen.
  • Die Marienkirche besitzt wertvolle, verschieden große Glocken aus mehreren Jahrhunderten. Am 14. Januar 2011 wurde eine neue vom Rostocker Bildhauer Wolfgang Friedrich gestaltete Glocke in der Karlsruher Glockengießerei Bachert gegossen. Feierliche Weihe und Inbetriebnahme des kompletten neuen bzw. alten Geläutes war am 8. Mai 2011.
  • Im Südteil des Chorumgangs ist ein Modell eines alten Großseglers aufgehängt.

Viele der hier genannten Kunstschätze sind als großformatige, farbige Fotomotive im Kalender "St. Marien zu Rostock 2013" zu finden, der in der Marienkirche an der Küsterloge für 12 € erworben werden kann.

Schiffsmodelle sind auch in der Warnemünder Kirche, der Rostocker Petrikirche und der Ahrenshooper Schifferkirche zu finden. Ein Modell eines alten Großseglers hängt auch im Rostocker Rathaus.

Mehr Information: Über weitere Details zum Bauwerk zur Geschichte und zur Innenausstattung erfahren Sie mehr auf der Website der Marienkirche.
Diese Kirche gehört ebenso, wie die Rostocker Petrikirche zur Ev. Luth. Innenstadtgemeinde Rostock, auf deren Website Sie sich über die Gottesdienstzeiten, Konzerte, Ausstellungen und Veranstaltungen in der Marienkirche und über das Gemeindeleben informieren können. Empfehlen möchten wir Ihnen auch das Internetportal der St. Marienkantorei in dem Sie Informationen zu Chorangeboten und Konzerten, zur Orgel und zu den Glocken finden.


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