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Bernsteinmuseum, Kloster in Ribnitz (Ribnitz-Damgarten west)

Das Deutsche Bernsteinmuseum im Kloster Ribnitz

→Beschreibung, →Karte

Fotos:
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Hofeingang
Zugang zum ehemaligen Klarissenkloster Ribnitz
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Ehemaliger Klosterkomplex
Links im Vordergrund die später erbauten Gebäude des Damenstifts, dahinter die Klosterkirche
K�l�o�s�t�e�r�k�i�r�c�h�e���
Klosterkirche
Kleines Dachtürmchen im Osten
K�l�o�s�t�e�r�k�i�r�c�h�e���
Klosterkirche
Von Westen aus gesehen
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Sandsteinepitaph
Es stellt die Ahnentafel der letzten Äbtissin dar und wurde nach 1586 in der Werkstatt des Güstrower Schlossbaumeisters Philipp Brandin gefertigt.
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Innenausstattung
Neugotischer Altar, Kanzel und Orgel
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Sitzplätze
Emporen an der Süd- und Westwand der Klosterkirche
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Andachtsbilder
Sie entstanden im Kloster um 1530
S�t�a�t�u�e���
Statue
Sie gehört zur Ausstellung norddeutscher Holzplastiken
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Balkendecke
Sie überdacht den Ausstellungsraum
B�e�r�n�s�t�e�i�n�f�a�r�b�e�n���
Bernsteinfarben
Eine Zusammenstellung von Bernsteinfunden verschiedener Form und Farbe
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Inkluse
Ein kleiner Skorpion aus längst vergangener Zeit
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Kogge
gefertigt aus Bernstein
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Fischland-Schmuck
Um 1930 entwarf Walter Cramer diese Art Schmuck. Bernstein wurde mit Silber verarbeitet, welches maritime Motive darstellte
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Objekte aus dem Scharzort-Schatz
343 Bernsteinobjekte, aus der Jungsteinzeit., wurden 1882 bei Baggerarbeiten im Flussbett zwischen Königsberg und Memel gefunden. 17 sind noch erhalten. Es ist eine Leihgabe der TUI AG Hannover
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Bernsteinaltar
Er entstand um 1670 in Danzig und wird Christoph Maucher zugeschrieben.

→Fotos

Das Klarissen Kloster und spätere Damenstift in Ribnitz
Im Jahre 1323/24 hat Heinrich II. Fürst zu Mecklenburg, genannt Heinrich der Löwe, mit Zustimmung seiner damals zweiten Gemahlin Anna zu Sachsen-Wittenberg in Ribnitz das Kloster vom Orden der Heiligen Klara (Klarissenkloster) gestiftet und reichlich unterstützt. Der Klosterbau begann 1325, und schon 1329 siedelten die ersten vier Nonnen aus dem Klarissenkloster Weißenfels in das neu entstandene Kloster Ribnitz über. Zunächst lag die Klosterleitung nacheinander bei zwei der aus Weißenfels gekommenen Nonnen. Von 1348 bis 1395 stand die jüngste Tochter des Fürstenpaares, Beatrix von Mecklenburg als Äbtissin dem Kloster vor. Das Fürstenhaus zu Mecklenburg blieb dem Kloster auch in den folgenden Jahrhunderten eng verbunden. Die meisten Äbtissinnen entstammten dieser Fürstenfamilie. Die Eltern der letzten Äbtissin Ursula (1539–1586 ) waren Fürst Heinrich V., Herzog zu Mecklenburg, der Friedfertige, (1479 - 1552) und seine erste Gemahlin Ursula (1488 - 1510, Tochter des Kurfürsten Johann von Brandenburg.)
Zum Kloster gehörten zeitweise bis zu 60 Nonnen und es blieb bis zum Tod der letzten Äbtissin Ursula 1586, also noch bis mehrere Jahrzehnte nach der Reformation katholische Ordensgemeinschaft. An einer Wand im Innern der Klosterkirche befindet die Ahnentafel der letzten Äbtissin. Sie wurde nach 1586 in der Werkstatt des Güstrower Schlossbaumeisters Philipp Brandin als Sandsteinepitaph gefertigt. Die Geschichte des Klosters wurde 1522/23 von Lambrecht Slagghert, der von 1522 bis 1533 als Beichtvater im Kloster wirkte, in einer Chronik niedergeschrieben. Gemeinsam mit den Nonnen schuf er auch Andachtsbilder auf Holztafeln, von denen sechs noch erhalten sind. Unter den Bildtafeln sind Wappen platziert, die Familien von Nonnen zugeordnet werden können, die um 1530 zum Kloster gehörten.
Die letzte Äbtissin hatte die Wirtschaft des Klosters recht erfolgreich geleitet und verwaltet.
Damenstift
Nach ihrem Tod 1586 gingen die Einnahmen des Klosters bis 1599 an die herzogliche Kammer. 1599 kam der Klosterkomplex in Besitz der Mecklenburgischen Ritter- und Landschaft, die ihn nun als evangelisches Damenstift nutzte. Die erste evangelische Domina des Stifts war zuvor schon Priorin im nun aufgelösten Klarissenklosters gewesen. Das Damenstift war Unterkunft und Lebensraum für zwölf unverheirateten Töchter aus Ritterfamilien. 1704 wurden der Stadt Rostock vertraglich zwei Plätze für Töchter des Rates zugeteilt. Die übrigen zehn Stellen blieben unverheirateten Töchtern des Mecklenburger Adels vorbehalten. Die Frauen erhielten Wohnung und Unterhalt.Mecklenburg-Schwerin
Nach der Novemberrevolution von 1918 wurde das Kloster vom Freistaat beschlagnahmt und mit der neuen Landesverfassung 1920 als öffentlich-rechtliche Körperschaft aufgelöst. Vor Gericht wurde jedoch erreicht, dass zuvor erworbene Ansprüche auf einen Platz im Konvent erhalten blieben. So konnten die Stiftdamen bleiben. Die letzte im Klosterkomplex lebende Stiftdame Olga von Oertzen war 1946 als Domina des Konventes gewählt worden und starb im Jahr 1961.
In der ehemaligen Dominawohnung und in den Wohnungen in denen die anderen Damen des Stifts lebten, ist heute das Deutsche Bernsteinmuseum untergebracht.
Von der ehemaligen Klosteranlage ist heute nur die Ende des 14. Jahrhunderts erbaute Backsteinkirche erhalten. Sie ist einschiffig und hat ein Kreuzrippengewöe mit sechs Jochen. Ihre Giebel nach Ost und West sind mit Blendbögen gestaltet und sie hat einen kleinen Turm. Die Kirche bekam 1840 eine neue Innenausstattung, die ebenso, wie die 1839/40 vom Rostocker Orgelbauer Heinrich Rasche geschaffene Orgel neugotisch gestaltet sind. Diese Ausstattung und die Orgel sind erhalten. Die alte Klosterkirche kann besichtigt werden. In ihr ist auch eine Ausstellung zur Kloster- und Stiftgeschichte. Ausgestellt werden auch norddeutsche Holzplastiken und die 2001 bei der Restaurierung unter den erhaltenen Sitzreihen der Nonnen auf dem Chor gefundenen Gegenstände und Objekte.

Das Deutsche Bernsteinmuseum im ehemaligen Kloster
Von dunkelbraun bis sehr hellgelb mal undurchsichtig, mal klar ist jeder Bernstein, ob klein oder groß, ob kantig oder glatt ein Unikat der Natur. Als einstiges zähflüssiges Harz auf den Boden gefallen, oder am Stamm herunter getropft hat uns Bernstein als Zeitkapsel manch fossile Pflanzenteile und kleine Tiere erhalten. Manche dieser sogenannten Inklusen geben uns Zeugnis von inzwischen ausgestorbenen Arten. Diese Zeitkapseln belegen auch, dass neben Bernsteinkiefern und Zypressen einst immergrüne Eichen, Buchen, Ulmen, Weiden und Kastanien ja sogar Zimtbäume, Magnolien und Palmen im Ostseeraum wuchsen und hier einmal ein deutlich wärmeres Klima als heute herrschte. Die Aussagen des folgenden Abschnittes entstammen der Seite https://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein, auf der Sie ausführlichere Informationen zum Thema Bernstein und viele Literaturhinweise finden. Das Wort Bernstein leitet sich ab von seiner einstigen Mittelniederdeutschen Bezeichnung Börnsteen, was Brennstein bedeutet. Älteste bekannte Bernsteinfunde stammen aus etwa 310 Millionen Jahre alten Steinkohlestücken. Wissenschaftlich wird das Wort Bernstein als Sammelbegriff für alle feste Partikel bildenden fossilen Harze verwendet. Besteht ein Bernstein aus einem bestimmten fossilen Harz lässt er sich einer Bernsteinart zuordnen. Obwohl Bernstein nicht mineralisch, sondern organischen Ursprungs ist, wird wie bei Mineralnamen die Endsilbe -it (von griech. lithos = Stein ) für die Bezeichnungen der Bernsteinarten verwendet. Bereits 1820 erhielt die häufigste baltische Bernsteinart den Namen Succinit. Heute kennt man weltweit mehr als 80 Bernsteinarten. Die meisten kommen jedoch nur in kleiner Menge vor. Beim Ostsee-Bernstein sind seit dem 19. Jahrhundert neben Succinit auch Vorkommen der Bernsteinarten Gedanit, Glessit, Beckerit und Stantienit festgestellt worden. Bernstein hat die Menschen schon immer fasziniert. Im hellen Licht zeigt er seine Schönheit. Entstanden aus dem Harz von Pflanzen und Bäumen längst vergangener Zeitalter wirkt er, als hätte er goldenes, lebenspendendes Sonnenlicht in sich gespeichert. Man nannte die Bernsteine auch Tränen der Götter. Er fühlt sich warm an, ist leicht zu bearbeiten, lässt sich durch Reibung z. B. auf Wollstoff elektrostatisch aufladen und ist brennbar. Noch heute freuen sich Einheimische und Urlauber, wenn sie nach einem Sturm zwischen angeschwemmten Seetang und Holzresten am Ostseestrand einen Bernstein finden. Bereits in der Altsteinzeit trugen die Menschen durchbohrte Bernsteine als Amulett. Einzelne dieser Amulettsteine waren sogar kunstvoll gestaltet (Tierform). Dass der Bernstein im norddeutschen Raum auch in der Jungsteinzeit große Beliebtheit hatte und als Schmuck und vielleicht auch als Statussymbol Verwendung fand, belegen die zahlreichen Funde in den etwa 5000 Jahre alten Großsteingräbern. Der berühmteste archäologische Bernsteinfund ist der 1860 bis 1881 im Haff der Kurischen Nehrung geborgene Schwarzorter Schatz. Als sich in der Bronze- und Eisenzeit über Handelsruten zu Land und zu Wasser der Austausch von Waren über große Entfernungen entwickelte, gelangte der Bernstein von der Ostsee über die Bernsteinstraße zu den Handelsplätzen rund um das Mittelmeer, wo er sehr begehrt war. Im Austausch gegen den Bernstein gelangten Produkte und kunstvoll gefertigte Gegenstände aus dem Mittelmeerraum ins heutige Norddeutschland. Im Verlauf der weiteren Jahrhunderte wurden und werden bis in unsere Zeit Schmuckstücke, sakrale Objekte und Kunstwerke aus Bernstein gefertigt. Das bekannteste und größte Kunstwerk aus Bernstein ist wohl bis heute das leider verschollene Bernsteinzimmer, von dem sich seit 2003 eine originalgetreue Nachbildung im Katharinenpalast in Zarskoje Selo bei Stankt Petersburg befindet. Bernstein der verschiedenster Art und Farbe in seiner Naturform, mit und ohne Einschlüssen und Schmuck und Kunstobjekte aus Bernstein angefangen in der Steinzeit bis in die Gegenwart sind im Deutschen Bernsteinmuseum in Ribnitz zu betrachten und zu bestaunen. Es wird präsentiert, was uns der Bernstein über die Naturgeschichte des Ostseeraumes vermitteln kann und wie er seit Jahrtausenden Menschen fasziniert, kreativ inspiriert und begleitet hat.

Quellen von Informationen, die im Text dieser Seite enthalten sind:
- Wissen, welches die Ausstellungen zur Klostergeschichte und des Bernsteinmuseums dem Besucher vermittelt,
- http://www.deutsches-bernsteinmuseum.de/
- http://kloster-ribnitz.de/
- https://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein

 

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