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Boitiner Steintanz

Boitiner Steintanz - vier prähistorische Steinkreise in einem Wald in Mecklenburg

→Beschreibung und Theorien, →Fotos

Im Wald zwischen den Dörfern Boitin und Tarnow in der Nähe der kleinen Stadt Bützow befinden sich vier Steinkreise. Ihre Lage weit ab von Ortschaften und Straßen hat sicher dazu beigetragen, dass diese Steinkreise noch heute erhalten sind und ihre Steine nicht zum Bau von Straßen oder für Gebäudefundamente Verwendung fanden. Es sind keine historisch belegten Zeugnisse bekannt, wann, durch wen und zu welchem Zweck die Anlage einst errichtet wurde. Auf der Grundlage der Lage der Steinkreise zueinander und der genauen Betrachtung einzelner Steine und der Anlage insgesamt wurden verschiedene interessante Theorien aufgestellt, die Steinkreisanlage als alten Kultplatz und Kalender mit astronomischem Bezug interpretieren. Da die Steinsetzung aber durch die Jahrhunderte hindurch geheimnisvoll auf ihre Betrachter wirkte, entstand mangels übermittelter Kenntnisse über den wahren Ursprung eine Sage.

Beschreibung der Anlage und Theorien über diese Steinsetzung
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  • Steinkreise
  • Info vor Ort
  • Sage
  • Theorie von W. Timm 1928
  • Theorie + Fotos von H. Knewitz 2014
  • Literatur + Links
  • Lage
Drei Steinkreise bei Boitin
Die drei dicht beieinander stehenden Steinkreise

Wie die Steinkreise heute aussehen

Drei (genannnt K1, K2 und K3) der insgesamt vier Steinkreise stehen dicht zusammen und ihre Mittelpunkte (genannt M1, M2 und M3) bilden ein gleichschenkliges Dreieck. Der vierte Steinkreis (genannt K4) steht allein rund 150 m in etwa südöstlicher Richtung von den anderen dreien entfernt.
Kreis 1: Der kleinste (K1) der drei beieinander stehenden Kreise ist der nördlichste und besteht aus sieben Steinen. Die Lücken zwischen benachbarten Steinen dieses Kreises sind nicht gleich. Eine Lücke ist deutlich größer und eine etwas größer als die übrigen Lücken. Dies könnte darauf hindeuten, dass aus diesem Kreis sehr wahrscheinlich mindestens einer, möglicher Weise sogar zwei Steine entfernt wurden und er ursprünglich aus 8 oder gar 9 Steinen bestand. Der Durchmesser dieses kleinsten Kreises beträgt etwa 7,5 m.
Einer seiner Steine weist eine besondere Kante auf. Bevor die Seite durch Abbruch entstand, gab es in diesem Stein offenbar eine Reihe eingearbeiteter Mulden (Vertiefungsreihe) und der Abbruch erfolgte entlang dieser Reihe. Ein besonderer Stein im Kreis 2 (siehe Beschreibung zu Kreis 2) weist unübersehbar so eine absichtlich eingearbeitete Reihe von Vertiefungen auf. Es sind deutlich sechs der ehemaligen Vertiefungen an der Bruchkante zu erkennen. Form und Größe diese Spuren stimmen mit den Vertiefungen im besonderen Steines im größten Kreis 2 überein. Das Foto rechts unten zeigt zwei dieser Vertiefungsspuren an der Bruchkante.
Kreis 2: Er liegt ungefähr südlich von Kreis 1. In seinem Mittelpunkt enden die gleichlangen Seiten des gleichschenkligen Dreiecks. Er ist der größte der drei Kreise, besteht aus acht aufrechtstehenden Steinen und hat einen Durchmesser von ca. 14 m. Eine Lücke zwischen zwei benachbarten Steinen ist größer als die anderen Lücken. Deshalb hat dieser Kreis wohl ursprünglich aus neun Steinen bestanden. Sofort fällt ein ganz besonderer Stein aus rotem Granit auf. Er seht aufrecht, ragt ca. 2 m aus dem Boden und läuft nach oben hin spitz zu. Von oben nach unten befinden sich auf seiner zur Kreismitte gewandten Seite untereinander angeordnet 13 Vertiefungen. Oberirdisch sichtbar davon sind elf und zwei befinden sich unter der Erdoberfläche. Alle Vertiefungen gleichen der Form eines vierseitigen etwa quadratischen Pyramidenstumpfes (Foto rechts oben). Die Seitenlänge dieser Vertiefungen an der Oberfläche des Steines beträgt etwa 6 cm, im Innern etwa 4 cm. Alle diese Mulden sind ca. 4 cm tief.
Auf einigen Internetseiten wird die Ansicht geäußert, die pyramidenstumpfförmigen Vertiefungen wurden später hineingeschlagen, um den Stein zu spalten. Einige bezeichnen sie auch als Bohrlöcher. Bohrlöcher wären jedoch rund. Aus meiner Sicht, würde ein geübter Steinmetz entweder einen spitz zulaufenden vorhandenen Spalt nutzen bzw. einen solchen hinein schlagen um an diesem Spalt einen oder mehrere Keile hinein schlagen zu können. Das Aufquellen der Holzkeile würde dann den Stein entlang dieser Spalten zum Brechen zu bringen. Die pyramidenstumpfförmige Vertiefungen sind unten jedoch stumpf und somit ungeeignet einen Spaltkeil anzusetzen. Vielleicht hat dieser Stein früher nicht aufrecht gestanden, sondern so gelegen, dass die Vertiefungen nach oben gezeigt haben (siehe Theorie von H. Knewitz) und man konnte so ein Kantholz in die Löcher stecken. Vielleicht gab es sogar eine kleine Steinsäule oder Steinfigur, die unten einen pyramidenstumpfförmigen Zapfen hatte, den man in das einer Zeitspanne entsprechende "aktuelle" Loch stecken konnte.
Kreis 3: Der zweitgrößte Steinkreis (K3) liegt ungefähr östlich von Kreis 2, hat einen Durchmesser von etwa 13,5 m und besteht aus 9 Steinen. Einer seiner Steine ist in zwei dicht zusammen liegende Hälften zerbrochen oder er wurde absichtlich so gespalten.
Kreis 4: Der 150 m entfernte vierte Kreis (K4) besteht aus 8 Steinen. Auch in diesem Kreis stehen einige Nachbarsteine weiter auseinander als die anderen. Vermutlich wurden mehrere Steine aus dem 4. Kreis entfernt.
Die Lage der Kreise zueinander: Die Strecke von M2 (Mittelpunktdes größten Kreises K2) bis M3 (Mittelpunkt des zweitgrößten Kreises K3) beträgt ca. 18 m. Die Strecke zwischen M2 und M1 (Mittelpunkt des kleinsten Kreises K1) beträgt ebenfalls ca. 18 m. Die Entfernung zwischen M1 und M3 beträgt ca. 29 m. Verlängert man die Strecke dieser längsten Dreiecksseite von M1 zu M3 über M3 hinaus (Linie verläuft etwa in südösliche Richtung), so liegt genau auf dieser Line etwa 150 m weiter der Mittelpunkt M4 des vierten Steinkreises K4. Die drei Kreismittelpunkte M1, M3 und M4 liegen also auf einer Geraden. Außerdem führt diese Gerade bemerkenswerter Weise zwischen den beiden Hälften des gepaltenen bzw. zebrochenen Steines des Kreises K3 hindurch.
"Sitz- bzw. Kanzelsteine" und Steine mit glatten Seiten: In den Kreise K2 und K3 gibt es je einen Stein, der aussieht wie ein Sitz mit Rückenlehne. Diese Steine sind unten breit, dann erfolgt an einer Seite eine Einbuchtung und von dort an ist der Stein schmaler. Stellt man sich auf die "Sitzfläche", steht man wie auf einer Kanzel. Manche Steine besitzen eine auffällig ebene Seitenfläche.

Information vor Ort

Bei den Steinkreisen stehen (bei unserem letzten Besuch) zwei Informationstafeln. Die erste Tafel teilt folgendes mit: Zum Steintanz gehören insgesamt vier Steinkreise. Bereits vor Jahrhunderten erregte er großes Aufsehen und verschiedene Deutungen bis in den Bereich der Astronomie gaben viele Rätsel auf. Durch den Schweriner Gymnasialprofessor und Archäologen R. Beltz erfolgte 1929 eine archäologische Sondierung, die eine Urnenbestattung aus der alten vorrömischen Eisenzeit (ca. 600 - 400 v.d. Z.) ans Licht brachte. Ähnliche Anlagen im nördlichen Mitteleuropa lassen den Schluß zu, daß es sich ausschließlich um Grabanlagen handelt. Der Steintanz ist das einzige Denkmal aus germanischer Zeit, das weitgehend erhalten blieb.
Eigene Anmerkung: Die gefundenen Zeugnisse einer Bestattung schließen nicht aus, dass die Anlage bereits lange vor den Bestattungen existiert haben kann. Die Theorie, die W. Timm 1928 veröffentlichte, wird hier nicht erwähnt.
Auf der zweiten Tafel steht die Sage vom Boitiner Steintanz, die ich auf der nächsten Registerkarte mit eigenen Worten wiedergebe.

Die Sage vom Boitiner Steintanz

Die Entstehung der Steinkreise geschah laut überlieferter Sage so:
In Dreetz wurde vor langer, langer Zeit eine Bauernhochzeit gefeiert. Die Feiernden waren vergnügt und wurden immer ausgelassener. Einige schlugen vor, mit Teilen des reichlichen Hochzeitsmahles, wie Broten, Kuchen und Würsten zu kegeln. Darauf hin erschien plötzlich ein Geist. Er sah aus, wie ein alter Mann und forderte die Feiernden auf, dieses frevelhafte Treiben sofort zu beenden. Diese richteten sich jedoch nicht danach und verspotteten statt dessen den Alten. Zur Strafe verwandelte dieser alle in Steine (die drei zusammen stehenden Steinkreise). Auch der Brautschatz (Brautlade) wurde verwandelt und wurde zu dem Stein mit den Vertiefungen.
Nahe bei hütete ein Schäfer mit seinem Hund seine Herde. Er hatte das ungehörige Treiben beobachtet, sich aber nicht beteiligt. Der Alte wies ihn an, sofort mit seiner Herde das Weite zu suchen ohne dabei zurück zu schauen. Der Schäfer gehorchte zunächst. Als er den Festort schon etwas hinter sich gelassen hatte, übermannte ihn jedoch seine Neugier. Um dem Verbot auszuweichen, wandte er sich jedoch nicht um, sondern beugte sich nach vorn um zwischen seinen Beinen hindurch nach hinten zu blicken. Im selben Moment wurden auch er, der Hund und die Herde zu Steinen (vierter Steinkreis).
Es ist sogar überliefert, wie dieser Bann wieder gebrochen werden kann. In der Johannisnacht (am 24. Juni) hängt aus der 13. Vertiefung der Brautlade ein roter Faden heraus. Findet sich ein Jüngling, der den Mut hat, diesen Faden herauszuziehen, so kann er damit die Verwandlung rückgängig machen und darf sogar den Schatz aus der Brautlade behalten.

Theorie zu Alter und Bedeutung des Boitiner Steintanzes von W. Timm 1928

Werner Timm veröffentlichte seine Kalendertheorie unter dem Titel Mecklenburgs "Steintanz". Eine 3000 Jahre alte Sternwarte im Jahre 1928 in Mecklenburgische Monatshefte 9, S.475-481 und 10, S.552-555. Als Jahrgangsband zusammengefasst, entspricht das Jahr 1928 dem Band 4.
Auf der Wikipedia-Seite über den Steintanz findet man seine für diesen Artikel angefertigte Zeichnung zur Anordnung der Kreise.

Bildquelle: (von Werner Timm, 1928) Wikipedia

Im Folgenden gebe ich hier einige von Timm ermittelte Maße, von ihm zusammen getragene Fakten und seine daraus gezogenen Schlussfolgerungen wieder, die er in dem oben genannten Artikel (ist als pdf auf terraner.de zu lesen) veröffentlichte.

Timms allgemeine Angaben zu den Steinkreisen:
Durchscnittliche Höhe der Steine über der Erde 1,30 m, Anlage war 1928 gut erhalten. Es war gut sichtbar, wo wahrscheinlich Steine entfernt wurden. Seine Angaben basieren auf einer exakten trigonometrischen Vermessung und Berechnung vom Mecklenburg-Schwerinschen Vermessungsamt Bützow. Diese erfolgten unter mithilfe von W. Timm selbst. Kreise I,II und III bilden den großen Steintanz. 140 m südöstlich davon entfernt liegt Kreis IV (kleiner Steintanz).
Steine außerhalb der Kreise:
Zwischen I und II liegt von der Erde fast bedeckt ein einzelner Stein. An der Außenseite von IV liegen 3 Steine dicht beieinander und ein vierter für sich allein.
Besonderer Visierstein:
ein Stein in III ist in der Mitte gespalten und beide Hälften liegen nahe beieinander und zwar so, dass man vom Mittelpunkt des Kreises I über die Mitte von III. zwischen den Steinhälften (des Visirsteines) hindurch zur Mitte des Kreises IV blicken kann. Ein Stein von I, der Visierstein in III und der dem Visierstein gegenüberliegende Stein in III sowie ein Stein in IV, also mindestes 4 Steine liegen auf einer Geraden. (eventuell lag auch noch ein 1928 bereits fehlender Stein darauf). Diese Gerade weicht um 133° 11' und 29'' von der Nordrichtung ab. Diese Gerade zeigt in Richtung des Sonnenaufgangs am Tag der Wintersonnenwende (uralter Neujahrstag).
Kalenderzählung, auf die Timm auf der Grundlage seiner Untersuchungen schlussfolgerte:
Der große Steintanz bestand ursprünglich aus insgesamt 28 Steinen (9 in I, 9 in II, 10 in III). Die 13 Monate (13 Mondumläufe) wurden an den ursprünglich 13 Steinen des Kreises IV gezählt. 28 x 13 ergibt 364 Tage. Darum zählte man den einzelnen zwischen I und II liegenden Stein gesondert (wahrscheinlich als Neujahrstag) hinzu. Bis die Sonnenaufgangslinie zur Wintersonnenwende durch langjährige Beobachtung genau festgestellt worden war und man den Kreis IV exakt positioniert errichten konnte, zählte man zunächst die Mondumläufe am größten Stein von Kreis II an den 13 Vierkantlöchern. Schließlich präzisierte man später den Steinkalender noch durch die vier außen um Kreis IV stehenden Steine. Sie symbolisierten drei gewöhnliche Jahre (drei beeinander stehende) und ein besonderes 4. Jahr, in dem das Fest der Wintersonnenwede 2 Tage lang dauerte. Somit zählte der Steinkalender die Dauer eines Jahre im Durchscnnitt mit 365 1/4 Tagen.
Die beiden Kanzelsteine in II und III: Steigt man auf die Stufe und legt einen Kompass vor sich auf die Felskuppe, bemerkt man, der Blick von der Kanzel in II geht genau nach Süden (Mittagslinie). Von der Kanzel in III blickt man genau nach Westen (Sonnenuntergang zur Tag- und Nachtgleiche). Nach Süden hin fällt das Gelände zunächst ab, aber in etwa 1km erhebt es sich zu einer Anhöhe (seit langem Ackerfläche). Hier existieren jedoch 2 Steine die in jüngerer Zeit als Festpunktsteine für die Ortsvermessung dienen. In Richtung Westen liegen in etwa 200 und 300 m Entfernung Hügel mit mehreren Findlingen. Vielleicht stand ein westlicher "Richtungsstein" auch auf der 1km entfernten Höhe, auf der im Waldgelände ebenfalls ein Vermessungspunktstein existiert. Kreis II liegt als einziger Kreis nicht auf der Wintersonnenwendlinie. In etwa 250 m nordöstlich liegt ein Hügel auf dem ein Felsstein liegt. Auf einem etwa 200 m entfernten Hügel in Richtung Südwesten liegen mehrere große Felssteine in einer Reihe. Diese Linie von Südwesten über den Kreis II nach Nordosten in etwa 48° abweichend von der Nordlinie könnte die Linie des Sonnenaufgangs zur Sommersonnenwende gewesen sein.
Kreismitten: Die lockere Erde läßt auf Grabungen schließen (Schatzgräber, frühere Altertumsforscher?) Deshalb sind die exakten Mittelpunktmarkierungen, falls sie existiert haben, verloren gegangen.
Einheitliches Maß - Timms Steintanz-Ruthe: W. Timm verglich die verschiedenen in der Steinkreisanlage ermittelten Strecken und errechnete aus ihren Beziehungen zueinander ein einheitliches Maß -

seine 1 Ur-Steintanz-Ruthe = 4,679 m

Das Längenmaß Ruthe wurde in der Landwirtschaft verwendet, differierte aber regional geringfügig. Man verwendete auch andere Maße, die man wie folgt in Ruthen umrechnen konnte:

Fuß (16 Fuß = 1 Ruthe),
Faden (1 Faden = 6 Fuß) und
Kette (war in Russland und England üblich, 1 Kette = 22 Fuß = 1 Ruthe + 1 Faden).

Timm verglich seine ermittelte Steintanz-Ruthe mit verschiedenen alten deutsche Ruthen-Maßen.

Mecklenburgische Ruthe = 0,995 x Steintanz-Ruthe
Bayrische Ruthe = 0,998 x Steintanz-Ruthe
Hannöversche Ruthe = 0,999 x Steintanz-Ruthe

Wenn M1,M2,M3 und M4 die Mittelpunkte der Kreise I, II, III und IV bezeichnen, wurde ermittelt:

Strecke M1M4 = 168,44 m = 36 Steintanz-Ruthen
Strecke M1M3 = 28,07 m = 6 Steintanz-Ruthen (erster Teil von Strecke M1M4)
Strecke M3M4 = 140,37 m = 30 Steintanz-Ruthen (zweiter Teil von Strecke M1M4)
Strecke M1M2 = 18,72 m = 4 Steintanz-Ruthen
Strecke M2M3 = 18,72 m = 4 Steintanz-Ruthen

Entsprechend der anderen üblichen Maße Fuß, Faden und Kette und ihrer Umrechnung ineinander und in Ruthe leitete Timm aus seiner Steintanz-Ruthe auch Steintanz-Fuß, Steintanz-Faden und Steintaz-Kette ab und gab die Durchmesser der Steinkreise auch in diesen Steintanz-Maßen an.
Wenn d1,d2,d3 und d4 die Durchmesser der Kreise I, II, III und IV bezeichnen, wurde ermittelt:

d1 = 8,77 m = 30 Steintanz-Fuß = 5 Steintanz-Faden
d2 = 14,04 m = 48 Steintanz-Fuß = 8 Steintanz-Faden = 3 Steintanz-Ruthen
d3 = 12,87 m = 44 Steintanz-Fuß = 2 Steintanz-Ruthen + 2 Steintanz-Faden = 2 Steintanz-Ketten
d4 = 12,87 m = 44 Steintanz-Fuß = 2 Steintanz-Ruthen + 2 Steintanz-Faden = 2 Steintanz-Ketten
d3 = d4

Alter der Erbauung: Aus der astronomisch-mathematischen Berechnung der Ekliptikänderungen der Erdachse ergibt sich, dass die Wintersonnenwende-Sonnenaufgangslinie 1181 vor Christus festgelegt wurde. Bei einem Fehlerspielraum von 0,5 m (da die Mittelpunkte nicht exakt markiert sind) für dem Mittelpunkt von Kreis IV ergibt sich für den Spielraum des Erbauungsjahres eine Zeitspanne von 1152 bis 1211 v. Chr.
Nach Timms Messungen und Berechnungen wäre die Boitiner Steinkreisanlage heute also ungefähr 3200 Jahre alt.

Theorie zur Bedeutung des Boitiner Steintanzes von Harald Knewitz

Diese Theorie hat Herr Harald Knewitz 2014 verfasst und mir zugeschickt. Er ist damit einverstanden, dass der Text hier veröffentlicht wird. Alle Urheberrechte für die Grafik, den Text un die darunter angeordneten Fotos liegen bei Harald Knewitz.

Theorie zur Bedeutung des Boitiner Steintanzes von Harald Knewitz
Text und Grafik: © Harald Knewitz

Foto 1 vom Boitiner Steintanz von Harald Knewitz
Foto 2 vom Boitiner Steintanz von Harald Knewitz
Foto 3 vom Boitiner Steintanz von Harald Knewitz
Foto 4 vom Boitiner Steintanz von Harald Knewitz

Literatur und Links zum Boitiner Steintanz

Literatur:
Timm, Werner Mecklenburgs "Steintanz". Eine 3000 Jahre alte Sternwarte, 1928 in Mecklenburgische Monatshefte 9, S.475-481 und 10, S.552-555, Hinstorff-Verlag Rostock
Mende, Jan Magische Steine - Führer zu archäologischen Sehenswürdigkeiten in Mecklenburg-Vorpommern, 2002 Conrad Theiss Verlag GmbH Stuttgard, S. 24-29
Groht, Johannes, Menhire in Deutschland. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle (Saale) 2013, ISBN 978-3-943904-18-5, S. 183–186.
Links:
Der Boitiner Steintanz auf Wikipedia
Steintanz Boitin auf grosssteingraeber.de
Steintanz Boitin auf mystische-orte.de
Steintanz Boitin auf terraner.de

Die Lage des Boitiner Steintanzes

Geographische Koordinaten: 53°46'19.05" nördlicher Breite, 11°57'16.50" Östlicher Länge

Wegbeschreibung: Auf halber Strecke zwischen Sternberg und Güstrow auf der Straße 104 biegen Sie nach Norden in Richtung Bützow ab. Nach etwa 3 bis 4 km kommen sie in das Dorf Tarnow. In der Ortsmitte biegen Sie nach links Richtung Boitin ab, und fahren an der alten Kirche vorbei, die auf der linken Seite der Straße liegt. Fahren Sie weiter geradeaus aus dem Ort heraus. Dort sehen Sie schon ein Hinweisschild, welches den Weg weiter Richtung Steintanz weist. Sie fahren diesen Feldweg bis zum Waldrand wo sie einen kleinen Parkplatz vorfinden. Nun geht es zu Fuß weiter auf dem hier beginnenden, breiten Waldweg auf dem Sie nach etwa 2 km die Steinkreisanlage erreichen.
→ KARTE


Fotos:
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Boitiner Steintanz
So schön ist der Wald im Frühling, wenn Sie durch ihn zum Steintanz wandern.
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Boitiner Steintanz
Die drei dicht beieinander stehenden Steinkreise 1 bis 3
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Boitiner Steintanz
Der kleine, nördlichste Steinkreis 1
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Boitiner Steintanz
Stein im Steinkreis 1 mit Bruchkante
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Bruchkante
An der Bruchkante sieht man deutlich die Reste der ehemaligen vierkantigen Vertiefungen
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Stein in Kreis 1
Diese Stufe könnte absichtlich oder auch auch durch eine witterungsbedingte Abspaltung entstanden sein.
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Besonderer Stein
Steht man auf der Stufe dieses Kanzelsteins, so blickt man nach Süden.
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Steinkreis 2
In diesem Kreis befindet sich der Stein mit den 13 eingearbeitetet Vertiefungen.
S�t�e�i�n�k�r�e�i�s� �3���
Steinkreis 3
In diesem Kreis ist der in zwei Hälften gespaltene Stein.
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Besonderer Stein
Dieser Stein in Kreis 3 hat eine ganz ebene Seite.
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Gespaltener Stein
Dieser in zwei Teile gespaltene Stein in Kreis 3 war vielleicht ein Visierstein. (Sonnenaufgang Wintersonnenwende)
G�r�a�b�e�n���
Graben
Der von den anderen dreien weiter entfernte vierte Steinkreis liegt nahe an diesem steilen Graben.
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Besonderer Stein
Dieser Stein weist auch eine ebene Seite auf.
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Steinkreis 4
Die Steine des vierten Steinkreises sind etwas kleiner als die der anderen drei Steinkreise.
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Steinkreis 4
Blick über den Graben zum vierten Steinkreis
 

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